Bücher


Himmelfahrt

Septime Verlag, Wien
Herbst 2025

Anlässlich der Beerdigung ihrer besten Freundin Melanie fährt Caro in ihr Heimatdorf, wo sie den Sommer verbringt. Die Erinnerungen an Melanie führen Caro ihr eigenes Leben vor Augen. Von damals, als die Welt nicht groß genug war, bis hin zu einer zerrütteten Ehe und dem Stillstand im Beruf. Sie trifft ihre Jugendliebe Tom wieder und begibt sich auf die Suche nach Antworten zu den Todesumständen ihrer Freundin. Denn offensichtlich hatte sie Melanie nicht so gut gekannt, wie sie glaubte. Alle im Ort scheinen mehr zu wissen.
Marlene Gölz erzählt von Herkunft, Sehnsucht und Verlorenheit in einer Welt der nahenden Katastrophen. Ein Debüt voller Leidenschaft und Wut in einer aus den Fugen geratenen Zeit.
(Verlagstext Septime, Wien )

In diesem Text stimmt jeder Satz. Er wirkt ganz locker hingesetzt und leicht – und das gehört zum Schwierigsten in der Literatur.
(Martina Schmidt, Jury-Begründung zum Marianne-von-Willemer-Preis.Frauenliteraturpreis für einen Auszug aus dem Roman.)

Marlene Gölz (...) legt es in Himmelfahrt nicht darauf an, das abgegriffene Motiv der Heimkehr aufs Land zu bedienen und der Enge der Provinz die vermeintliche Weite der Stadt entgegenzustellen. Sie blendet tiefer, in das Existenzielle, uns trotz aller Unterschiede Verbindende, das man Leben nennt. Die Stärken dieses Debüts liegen neben dem souveränen und überraschenden Umgang mit einem Stoff, der leicht in Kolportage oder Larmoyanz abgleiten könnte, vor allem in seiner präzisen Sprache. Es ist eine Sprache, die nicht behauptet oder nur beschreibt, sondern durch Andeutungen und Leerstellen eine Atmosphäre des Ungefähren aufbaut. Und eine Stille, von der sich nicht genau sagen lässt, ob es sich um eine Stille vor oder nach dem Sturm handelt. Diese trügerische Ruhe, hinter der das Wüten des Lebens und der Zeit spürbar ist, bleibt nach der Lektüre im Gedächtnis. Lange.
(Stefan Gmünder, Der Standard)

Die Empfindung der Enttäuschung, um die sich die ganze Geschichte dreht, wird hier so kühl vermittelt wie nur möglich. Was durchaus geeignet scheint, den „lonesome traveller“ unter den Leserinnen und Lesern dieses Romans aufzurütteln. Ein Alarmsignal. Und ein vielversprechendes Debüt.
(Johann Holzner, literaturkritik.de)

Die Sprache von Marlene Gölz ist klar und unaufgeregt. Sie zeichnet Beobachtungen nach, ohne sie zu überhöhen. Gerade in dieser Zurückhaltung entsteht Intensität. Aus dem Alltäglichen, dem Schweigen zwischen Figuren, den Andeutungen, die mehr erzählen als lange Erklärungen. Himmelfahrt entwickelt eine Atmosphäre, die zugleich vertraut und brüchig wirkt, als würde man in bekannte Räume treten und doch merken, dass etwas Grundlegendes nicht mehr stimmt.
(Barbara Seidl-Reutz, litrobona)

Nicht ganz dazugehören
Auf sich allein gestellt. Marlene Gölz legt ein Debüt vor, das so unspektakulär in Erscheinung tritt, dass es wie aus unserer auf Aufgeregtheit gestimmten Zeit zu fallen scheint. (...) Die Autorin entwickelt einen ausgeprägten Innenleben-Realismus, der für einen Typus unserer Zeit Gültigkeit beansprucht. (...) Dieser Autorin ist schon noch etwas zuzutrauen!

(Anton Thuswaldner, Salzburger Nachrichten)

Es ist sehr fein erzählt, literarisch außergewöhnlich gut geschrieben (...) Ein richtig, richtig gutes Buch.
(Nicole List, Café Puls, Buchtalk)

Marlene Gölz ist ein dichter, atmosphärisch prägnanter Roman gelungen.
Vielleicht liegt darin die Stärke des Romans, dass er sich plakativen Erklärungen und eindeutigen Gefälligkeiten entzieht.
(Günther Kaindlstorfer, ex libris/Ö1)

Himmelfahrt ist ein kluges, offenherziges, oft auch trauriges Buch mit starken Szenen – die Bilder für eine Verfilmung des Stoffs hat man bei der Lektüre im Kopf.
(Harald Gschwandtner,  Literaturhaus Wien)